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  Bewerben aber wie ? Punkten mit Farbe und Bild !
Viele sind top im Job, haben sich aber lange nicht oder noch nie beworben und wissen schon gar nicht mehr, wie das geht. Für Menschen, die sich ver­ändern wollen oder aus betrieblichen Gründen müssen, ein echtes Problem. Kauft man sich ein Buch, fragt man einen kompetenten Bekannten oder strickt man die Bewerbung nach eigenem Gutdünken zusammen?

Ein Buch kaufen, das vom Handel als Bewerbungsrichtschnur empfohlen wird, ist ebenso wenig verkehrt wie den kompetenten Bekannten fragen (sofern der kompetent ist). Wirklich problematisch kann es nur werden, wer einfach anfängt, eine Bewerbung zu schreiben, ohne sich groß Gedanken darüber zu machen, wie diese heutzutage aussehen muss, um damit punkten zu können. Circa 250 Bewerber kommen im Schnitt auf einen offenen Arbeitsplatz - da muss man schon mit Extras aufwarten, um positiv wahrgenommen zu werden. Selbst bei Initiativ- oder Blindbewerbungen haben gute Firmen oft nicht viel weniger Anfragen für vakante Stellen.

Was also ist zu beachten? Hier kann schon mal mit ungewöhnlichen Formalien eine ins Auge fallende Bewerbung kreiert werden. Also z. B. Mappe in einer Farbe wählen, die zum Firmenlogo passt (Beispiel Ikea: blau/gelb), Mappe könnte also z. B. gelb oder blau sein - aber bitte kein billiger Plastikordner, sondern eine richtige Bewerbungsmappe - beraten lassen! Für Anschreiben und Lebenslauf bitte gutes und dickes Papier wählen, im Zweifel liegt man mit einem hochwertigen, weißen Papier immer richtig. Das Bild sollte etwa dop­peltes Passbildformat haben und Sie in gepflegtem Business-Outfit plus lä­chelndem Gesicht zeigen. Wenn Sie sich sympathisch finden, tut das der Personaler auch; im Zweifel einen Profi hinzuziehen!

Schriftart bitte keine Times New Roman, sondern Catriel, Calibri, Tahoma oder eine andere gut leserliche Typografie. Im Anschriftenfeld bitte unbedingt Vor- und Zuname der Ansprechperson vermerken bzw. in Erfahrung bringen, falls nicht angegeben - dann können Sie in der ersten Zeile auf die "Damen und Herren" zu Gunsten eines persönlichen Namens verzichten. Bitte bringen Sie unbedingt rüber, warum Sie gerade bei dieser Firma arbeiten wollen und listen Sie auf, warum gerade Sie erste Wahl für die ausgeschriebene Position sind. Und verzichten Sie auf "Mit freundlichen Grüßen", die haben einen Bart wie Methusalem - "Freundliche Grüße" klingt besser und frischer.

Der Lebenslauf ist heutzutage ein veraltetes Modell, meist nennt man ihn Vita, es ist die Abkürzung von Curriculum Vitae, die lateinische Version von Lauf des Lebens. Wer Vita statt Lebenslauf schreibt, macht nichts verkehrt. Ein lücken­loser Lebenslauf wird von vielen Personalern als NonPlusUltra gesehen und sollte alle wesentlichen Eckdaten enthalten. Diese listen Sie zum Beispiel unter den Headlines Persönliches, Schul-/Ausbil­dung, Berufliche Weiterbildung, Berufspraxis und Extras auf; letzteres fasst z. B. Sprach-, IT-oder sonstige besondere Kenntnisse in Ruberiken zusammen. Fast jeder hat eine Lücke im Lebenslauf aufzuweisen. Verkaufen Sie diese gut, d. h., nicht unbedingt als arbeitssuchend, sondern vielleicht als Sprachaufenthalt in England, sofern Sie einige Wochen dort waren, als Praktikum oder auch als familiär bedingte Auszeit. Was Sie schreiben, muss plausibel sein und Sie sollten immer bei einer Version bleiben. Für die Unterlagen gilt: alles, was im Lebens­lauf vermerkt ist, sollte auch belegt werden können; die ältesten Unterlagen nach hinten, die aktuellen obenauf und immer chronologisch hintereinander.

Last but not least achten Sie bitte auf korrekte Rechtschreibung plus Zeichen­setzung; so gut Ihre Bewerbung qualifikationsmäßig sein mag, Sie katapultie­ren sich ins Aus, wenn die Bewerbung mehr Schreib- und Zeichenfehler enthält als Inhalt (selbst wenn Schreiben nicht Teil Ihres Jobs ist). Dies betrifft häufig Bewerber mit Migrationshintergrund. Also Duden bereitlegen, Rechtschreib­prüfung von Word nutzen oder jemanden fragen, der sich auskennt.

Wer noch immer unsicher ist, sollte Hilfe hinzuziehen, also z. B. einen professio­nellen Bewerbungscoach, der Ihre Bewerbung verbessert oder, falls notwen­dig, insgesamt überarbeitet. Wer sich gar nicht auskennt, kann sich auch die komplette Bewerbung fremdschreiben lassen. Absolut legitim, wenn Sie sich das eigene Schreiben nicht zutrauen. Und wenn Sie erst einmal ein 1A Muster haben, können Sie die nächste Bewerbung anhand dieser Vorlage leicht selbst erstellen. Sich helfen zu lassen bei Dingen, die man nicht selbst kann, ist clever.

Viel Erfolg!

  Autorin: Christina Raith zur Webseite von Frau Raith
Christina Raith berät seit 1993 Firmen, hält Vorlesungen und Seminare und führt erfolgreich Bewerbungscoachings durch. Über 1000 arbeitssuchenden Personen hat sie in den letzten Jahren zu einem neuen Job verholfen. Bewerber erhalten den kompletten Service zur Erstellung und Optimierung der Bewerbungsunterlagen. Dazu zählen Aufbau, Formulierung, Zusammenstellung der Unterlagen, bis zur orthographischen Prüfung der Texte.