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  Initiativbewerbung online - gut, günstig und nicht ganz einfach!
Suchen Sie eine neue Arbeitsstelle? Auf welche Arten und Wege bewerben Sie sich? Klassisch? Warten Sie also auf ein Angebot der Arbeitsagentur, eines Headhunters oder auf eine Anzeige in einem Internetportal oder Ihrer Tageszeitung? Oder gehen Sie selbst aktiv mit einer Initiativbewerbung voran?
Initiativbewerbungen sind klasse! Oft entscheidet doch der Kollege Zufall darüber, ob man zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird oder nicht. Selbst wenn ein Personaler aktiv derzeit niemanden sucht, kann es in der nächsten Woche wieder ganz anders ausschauen. Dann greift er auf Ihre Bewerbung zurück - und schon haben Sie einen neuen Job! Initiativbewerbungen sollten Sie online starten. Jedoch sollte auch jede Online-Initiativbewerbung sorgfältig von Ihnen vorbereitet werden.

1. Schritt:
Zunächst sollten Sie sich natürlich ein Unternehmen aussuchen, bei dem Sie sich bewerben wollen. Damit ist es aber noch nicht getan. Nun benötigen Sie unbedingt die E-Mail-Adresse des Personalverantwortlichen. Schreiben Sie das Unternehmen kurz per E-Mail an, schildern Sie, dass Sie eine Initiativbewerbung übersenden möchten, und bitten Sie um Übermittlung der entsprechenden E-Mail-Adresse. Es kann auch sinnvoll sein, dieses Verfahren telefonisch zu erledigen. Dann haben Sie u. U. sogar die große Chance, mit dem Personalverantwortlichen tatsächlich verbunden zu werden und schon einmal einige persönliche Worte mit ihm sprechen zu können. Auf ein solches Gespräch sollten Sie vorbereitet sein!

2. Schritt
Legen Sie die Länge Ihrer Online-Initiativbewerbung fest. Es gilt der Grundsatz: Weniger ist mehr! Denken Sie stets daran, dass Sie einer fremden Person unaufgefordert Post zusenden.

3. Schritt
2 Sekunden! So lange entscheidet durchschnittlich ein Leser, ob er eine E-Mail öffnet oder nicht. Das bedeutet für Sie: Sie schreiben das Wichtigste direkt in die E-Mail und nicht in lange Anhänge. Das kann ein netter und nützlicher Zusatz sein. Das Wesentliche gehört aber direkt in die E-Mail und am besten so, dass der Leser es sofort im Vorschaufenster sehen kann.

4. Schritt
Erzeugen Sie in den ersten beiden Sätzen Aufmerksamkeit. Vielleicht haben Sie dann die Chance, dass Ihr Personaler tatsächlich weiter liest. Vergessen Sie Sätze wie "Guten Tag Herr Schmitt, darf ich mich Ihnen vorstellen? Mein Name ist ……". Sagen Sie direkt, was Sie wollen. Denken Sie daran, Sie haben nur 2 Sekunden Zeit.

5. Schritt
Ihr Bild. Fotoshop macht´s möglich. Ein vernünftiges Bild - auf die Zielgruppe Ihres Lesers abgestimmt - ist genau das Richtige. Also vielleicht ein freches Bild für die Werbeagentur und ein seriöses Bild für die Bewerbung in der Steuerkanzlei. Ganz wichtig für die Initiativbewerbung per E-Mail: Das Bild gehört in die E-Mail und nicht in den Anhang. In Outlook funktioniert das über "Einfügen" und "Grafik".

6. Schritt
Schreiben Sie möglichst in kurzen Sätzen, dies erleichtert das Lesen am Bildschirm. Dass Ihnen auch online keine Rechtschreibfehler geschehen dürfen, versteht sich von selbst. Ob Sie umfangreiche Anhänge beifügen, ist Geschmackssache. Ich vertrete die Auffassung, der Leser sollte auf Sie gespannt sein. Wenn ein Personalverantwortlicher sich wirklich für Sie interessiert, wird er sich melden und um Übersendung der kompletten Bewerbungsunterlagen bitten. In konservativen Unternehmen kann es zum guten Ton dazugehören, sofort die kompletten Unterlagen anzuhängen. Ein letzter Tipp: Anlagen bei einer Online-Initiativbewerbung sind Dateien. Diese sollten vernünftige Namen tragen, also bspw. "Lebenslauf Petra Müller.pdf". Und nun weg damit zum Provider! Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Viel Erfolg!

  Autor: Arno Schrader zur Webseite von Arno Schrader
Arno Schrader stellt in seinem arbeitsrechtlichen Blog die Rechte der Arbeitnehmer dar. Hier informiert er über aktuelle Urteile und Geschehnisse aus dem arbeitsrechtlichen Berufsalltag. Seit über 12 Jahren ist er als Rechtsanwalt in Herford tätig. Er berät überwiegend Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Betriebsräte in arbeitsrechtlichen Streitigkeiten. Sein Anliegen ist es, Ihnen Ihre Rechte im Job verständlich und praxisnah darzustellen.